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Mittwoch, 24. August 2011

Der Donaudurchbruch

21.08.2011 - 24.08.2011
Osipaonica - Veliko Gradiste - Mala Orlova - Dubova

Mit Novi Sad und Belgrad hatten wir zwei der groessten serbischen Staedte kennengelernt. Nun bekamen wir auch einen Einblick in das Landleben. Schon beim verlassen der Hauptstadt hat man das Gefuehl in eine andere Welt einzutauchen. Die Haueser werden kleiner und bunter, das Treiben wuseliger. In den Doerfern scheint die Zeit stillzustehen. Alles wirkt langsamer und entspannter, niemand scheint es eilig zu haben. Es ist heiss, auch wir fuehlten uns traege und lethargisch.
Vielleicht haette ich die Strecke vor dem losfahren studieren sollen, ich dachte naemlich entlang der Donau waere es flach. Nicht in Serbien, es ist huegelig und wir kamen ordentlich ins schwitzen. Eines Tages wurden wir von ein paar Leuten eingeladen in ihrem Garten Pause zu machen. Wir waren zu dem Zeitpunkt ziemlich fertig, um uns aufzumuntern boten sie uns Bier an. Es schmeckte koestlich, allerdings war ich danach total ausgenockt und wir kamen nicht mehr besonders weit.
Auch keine gute Idee ist Fahrradfahren mit Flip Flops. Ich fand es zwar sehr bequem, leider hielten sie aber der Belastung nicht stand und gingen kaputt. Ich konnte sie mit Sekundenkleber retten, muss seitdem aber wieder in Turnschuhen schwitzen. Das gute daran ist dass der Gestank unserer Fuesse und Socken beim wildcampen allzu neugierige Menschen fernhaelt.
Langsam kaempften wir uns durch Serbien. Zum Glueck ist es landschaftlich wunderschoen. Stellenweise gleicht die Donau einem See. Langsam naehert man sich dem Donaudurchbruch, es wird felsiger und die Donau enger. Wir sind uns beide einig dass dieser Teil bisher der eindrucksvollste Abschnitt unserer Reise war.
Nicht nur die Landschaft begeisterte uns, auch von den Menschen waren wir sehr angetan. Herzlich, hilfsbereit und offen. Kein einziges Mal fuehlten wir uns unwohl.

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Sonntag, 21. August 2011

Belgrad

16.08.2011 - 21.08.2011
Belgrad

Nach Novi Sad erwartete uns gleich die naechste Grosstadt,
Belgrad. Belgrad hat eine ziemlich interessante Geschichte hinter sich. Historiker haben errechnet, dass seit der Antike der Ort vierzigmal erobert und das heisst fast immer zerstoert worden ist. Alle moeglichen Leute waren schon hier: Griechen, Kelten, Roemer, Awaren, Bulgaren, Ungarn, Oesterreicher und die Osmanen. Die Stadt lag jahrhundertelang im Spannungsfeld zwischen Okzident und Orient, Christentum und muslimischer Welt, Mitteleuropa und Balkan (zitiert aus dem Donaukreuzfahrt Reisefuehrer vom Trescher Verlag, heutzutage muss man ja vorsichtig sein mit seiner Quellenangabe).
Tatsaechlich fuehlt man sich mit einem Bein im Westen und dem anderen im Osten. Die Fussgaengerzone mit den ueblichen Geschaeften ist hier zu finden und auch das Touriviertel mit schicken Restaurants. Gleichzeitig Plattenbauten, Verkehr und smog. Baufaellige Haeuser neben Nobelboutiquen, Mercedes S-Klasse neben Trabant, entlang der Donau Restaurants, Bars und Clubs. Belgrad ist sichtlich eine aufstrebende, im Wandel begriffene Stadt.
Uns gefiel es sehr gut und wir verbrachten eine entspannte Tage.
Zum Abschluss noch ein Hinweis aus einer Touristenbroschuere:
Belgrad gilt als sichere Stadt. Es gibt keinen Stadtteil indem sich eine Frau nachts unsicher fuehlen muesste. Allerdings sollte man sich vor herabfallende Steine von baufaelligen Gebaeuden in acht nehmen und vor Hundescheisse auf den Gehwegen.

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Mittwoch, 17. August 2011

Lance goes Serbian Postal

Wir wollten aus Novi Sad ein Packet nach Deutschlan schicken. Natuerlich fiel uns dass am morgen unserer Abreise ein. Mir viel Muehe verklebte Till das Paeckchen mit viel Klebeband.
Mit bepackten Fahrraedern fuhren wir vor das Postamt. Till, in Lance Montur, verschwand in dem imposanten Gebaeude. Ich setzte mich auf eine Parkbank und las in meinem Buch. Als er nach zwei Kapiteln nicht wieder erschienen war fing ich an mir Sorgen zu machen. Endlich tauchte er sichtlich genervt wieder auf, aber nur um im Nebengebaude wieder zu verschwinden. Ich las weiter und freute mich heimlich Till als offiziellen Postbeauftragten ernannt zu haben.
Eine dreiviertel Stunde spaeter war die Tat vollbarcht.
Hier seine Postodysee: Als erstes zueckte eine muerrische Beamtin ihr Teppichmesser und nach zehn Sekunden war das Verpackungswerk zerstoert. Der Inhalt musste in einen dafuer vorgesehenen Plastiksack. Danach mussten zahlreiche Formulare ausgefuellt werden, auf serbisch und warum auch immer, auf franzoesich. Da Lance diese beiden Sprachen fliessend beherrscht stellte dies kein groesseres Problem dar.
Im zweiten Gebaeude gab es Schwierigkeiten mit dem Absender. Eine deutsche Adresse ging gar nicht. Eine serbische auch nicht da man dafuer zwei Wochen am selben ort verbracht haben muss. Der Chef musste her. Nach einigen Diskusionen wurde dann schliesslich die Adresse unseres Hostels angegeben und das Packet konnte seine Reise in die Heimat antreten. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen dass es auch heil ankommt....
Im allgemeinen scheint es in Serbien noch einige Organisationsprobleme zu geben. Die Muellentsorgung waere zum Beispeil noch verbesserungsfaehig. Man sieht auch recht viele streunende Hunde und Hundeleichen am Strassenrand. Ob es jetzt daran liegt dass hier mehr hunde ueberfahren werden weiss ich nicht. Es scheint sich aber niemand verantwortlich zu fuehlen diese zu entsorgen. Als Fahrradfahrer freut man sich dann ueber denn Gestank.

Dienstag, 16. August 2011

Novi Sad: Eine Uebrraschung

12.08.2011 - 16.08.2011
Novi Sad

Am naechsten Tag fuhren wir ein paar Kilometer und kamen in Novi Sad an, der zweitgroessten Stadt Serbiens. Da es hier keinen Campingplatz gibt wollten wir hier nur ein paar Stunden verbringen und dann weiterradeln. Spontan beschlossen wir Mr. Google zu befragen ob wir uns nicht doch ein Hostel leisten koennten.
So landeten wir im Hostel Mali. Es gibt Menschen und Orte die man sieht und sofort weiss dass man sie moegen bzw. sich dort wohlfuehlen wird. So erging es uns mit Natalie und ihrem Hostel. So erging es unsauch mit Novi Sad.Novi Sad ist nicht unbedingt eine schoene Stadt. Gut, es gibt ein paar Kirchen, Museen und die Festung Petrovaradin. Immerhin eine der groessten Festungen Europas, dort findet uebrigens auch das Exit Festival statt, eins der groessten Festivals Europas. Aber das alles macht nicht den Charme dieser Stadt aus. Bemerkenswert ist dass dieser Ort vor Leben und Energie sprueht. Im Zentrum sind unglaublich viele Restaurants, Kneipen und Cafes welche auch zu jeder Tageszeit und bis spaet in die Nacht gut besucht sind. Geht man zum Donaustrand kommt man sich mit ein wenig Fantasie vor wie am Meer. Und auch hier ueberall Menschen. Man fragt sich wo die alle herkommen und ob hier niemand arbeiten muss. Als Touristen fuehlt man sich wie ein willkommener Gast, ein teil des geschehens, man gehoert dazu und sticht nicht aus der Masse.
Wir unternahem nicht sehr viel in Novi Sad. Wir spazierten in der Gegend, tranken hier und dort mal einen Kaffee und abends Bier, quatschten mit Natalie und verbrachten viel Zeit lesend im Ayde Park. Ayde heisst soviel wie los gehts und wird in jedem dritten Satz benutzt. Wir dachten an meinen Bruder Philippe und seine bulgarische Frau Krassi aus deren Wortschatz dieses Wort wohl auch nicht wegzudenken ist.
Bisher fuehlten wir uns in keiner Stadt so wohl. Das stimmte uns nachdenklich. Im Rahmen des Kosovo Krieges wurde Novi Sad bombadiert, die drei donaubruecken zerstoert und die Oel Raffinerie beschaedigt. Aufgrund des Krieges und des bis vor kurzem anhaltenden Wirtschaftsembargos ist Serbien auch ein eher armes Land. Das passt fuer uns nicht zusammen.
Vielleicht zeigt das aber auch das es nicht nur Schwarz oder Weiss gibt und die Dinge oft vielschichtiger sind als man denkt. Wir unterhielten uns mit Natalie darueber. Sie meinte dass die bewohner genug haetten vom Krieg und sonstigen Problemen und nun das Leben geniessen und Party machen wollten.

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Freitag, 12. August 2011

Erste Eindruecke aus Serbien

11.02.08 - 12.08.2011

Futog


Huegelig ging es rein nach Serbien. Ich kam morgens nicht gleich in die Gaenge und Till nutzte die Gelgenheit um unsere Tour de France Namen zu aendern. Er wollte nicht laenger Tony Rominger, einer der haesslichstem Tour Fahrer aller Zeiten, sein. So wurde er zu Lance Armstrong und ich wurde Jan Ullrich, weil ich seinen Attacken im Hang nix entgegenzusetzen hatte. Er dachte wohl mich damit zu demoralisieren aber weit verfehlt. Ich trage den Name Jan Ullrich mit Ehre!
Lance passierte also als erster die Grenze. Wieder wurden wir in Kroatien aus und in Serbien eingestempelt. Man fragt sich ja ob es eine Regel fuer Grenzbeamten gibt, die ihnen vorschreibt grimmig und gleichzeitig gelangweilt und genervt dreinzuschauen.
Wir verknuepfen mit Serbien vor allem Berichte aus dem Krieg welche meist negativer Natur waren. Wir nahmen uns vor unvoreingenommen zu sein und uns unser eigenes Bild zu machen.
Wir hatten aber erstmal ein ernsthaftes logistisches Problem. Keine serbischen Dinat und nichts zu essen, selbst unser Snickersvorrat war leer. Lance hatte solchen Hunger dass er Birnen klaute.Dummerweise hatten wir naemlich die bikelineversion durch verschlafene Doerfer gewaehlt, eigentlichh haetten wir uns denken muessen dass es da auch keine Bankautomaten gibt.
Zum Gluck haben wir fuer solche Faelle einen Eurovorrat. Wir fanden einen kleinen Laden der uns das Geld wechselte. Die Leute waren sehr hilfsbereit und nett und versuchten gar nicht aus unsere Notsituation Profit zu schlagen. Ich ging dann im Minidorfladen einkaufen und war entsetzt. Die Haelfte der Flaeche wurde von einer sehr reichhaltigen Fleischtheke eingenommen aber es gab ueberhaupt keinen Kaese, Snickers auch nicht.
Dafuer Hasselnnusspaste, Coca Cola und Schokoladenmilch. Gestaerkt radelten wir weiter und suchten ein Plaetchen fuer unser Zelt. das erwies sich als komplizierter als erwartet, an jedem freien Donaustueckchen sass ein Serbe und angelte. Irgendwann wurden wir dann fuendig. Wir hatten unseren privaten Donaustrand mit echtem Sand. Nur mit dem Froeschem mussten wir teilen.
Uebrigens ist in Serbien das erste Land das wir durchqueren in dem wildcamping legal ist.

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