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Donnerstag, 11. August 2011

Auf einen Schnaps

Eigentlich schlafen wir aus prinzipiellen Gruenden nicht in Pensionen. Aber es gibt viele Dinge die ich eigentlich nicht tue. Rauchen zum Beispiel oder im Ausland in deutschen Discountern einkaufen die den Tante Emma Laeden in den Doerfern das Leben schwer machen. Apropos deutsche Ketten. DM gibt es hier auch ueberall. Zu Hause fand ich diesen Laden nie besonders toll. Ich war zwar oefter dort einkaufen aber ohne grosse Begeisterung. Seit neustem faellt es mir schwer an einem DM vorbeizulaufen ohne wenigsten kurz reingeschnuppert zu haben. Ich gucke mich um und ueberlege was ich denn so kaufen koennte wuerd icht nicht gerade mit dem Fahrrad durch Osteuropa fahren. Till findet dass bedenklich.Aber zurueck zu den Pensionen. Wir fuhren durch ein kroatisches Dorf und ueberlegten ob wir nicht am Flussufer wildcampen koennten.Da winkte uns eine Frau froehlich zu und lud uns zum Schnapstrinken ein. Nicht ganz ohne Hintergendanken. Sie ist gerade dabei eine Pension aufzubauen, naechste Woche ist der offizielle Eroeffnungstermin. Wir sollten als Generalprobegaeste herhalten.
Beim Anblick des Bettes mit frischbezogener Waesche wurden wir weich. Unsere Schlafsaecke haben naemlich einen interessanten Geruch entwickelt.
So ist das eben mit den Prinzipien....
Weils so schoen war machen wir Werbung. Vielleicht faehrt ja mal jemand mit dem fahrrad dort vorbei. Ein Stop dort lohnt sich auf jedenfall:
Frau Pejic Zorica
ul. Brune Busica 11
32233 Opatovac
tel. : 0992000686

Stippvisite in Kroatien

10.08.2011 - 11.08.2011

Bilje - Opatovac

Um nach Kroatien zu gelangen mussten wir unsere erste "echte" Grenze ueberqueren. Beim verlassen Ungarns kontrollierte ein gelangweilter Zollbeamte unsere Paesse. Zehn Meter weiter, an der kroatischen Grenze, wiederholte ein genauso gelangweilter Beamte den Vorgang und wir bekamen endlich einen Stempel in den Reisepass. Es ging durch huegeliges, landwirtschaftliches Gebiet und vorbei an unterschiedlich grossen Doerfern. Da der Buergerkrieg nicht allzu lange her ist machten wir uns schon im vorraus so unsere Gedanken und betrachten Kroatien sicherlich aus einem etwas anderen Blickwinkel. Es faellt schon auf, dass es hier sehr viele verfallene Haueser gibt. Teilweise stehen ganze Bauernhoefe leer. Ein befremdlicher Gedanke ist sich vorzustellen dass alle Leute in unserem Alter schon einen Krieg miterlebt haben. Wir fuehlten uns ein wenig befangen. Als es nun an der Zeit war einen Zeltplatz zu suchen gingen wir vorsichtiger voran als sonst. Ausserdem fuhren wir staendig an Schildern vorbei die vor Landmienen warnen. Schliesslich entdeckten wir einen Fluss der als Angelgebiet ausgewiesen war. Tatsaechlich waren auch sehr viele Leute am Angeln. Kurzerhand stellten wir dort unser Zelt auf. Die Angler ignorierten uns dann voellig aber wir fuehlten uns trotzdem sicher. Am naechsten Morgen fuhren wir dann nach Ossijek, einer recht grossen Stadt (115 000 Einwohner). Hier herrschte eine sehr angenehme Stimmung. Wir gingen auf dem Markt einkaufen und Kaffee trinken und beobachteten dass bunte Treiben. Ossijek hat im Buergerkrieg einiges mitgemacht, wurde aber fast komplett wieder aufgebaut. Nicht so Vukovar, unser naechster Halt. Die Stadt wurde mehrere Monate belagert und bombadiert. Man sieht noch viele beschaedigte Haueser, diese stehen dann teilweise neben nagelneuen, modernen Komplexen. Wir fragten uns wie es wohl ist in so einer Stadt zu leben aber wahrscheinlich gewoehnt man sich irgendwann an den Anblick. Morgen ueberqueren wir die serbische Grenze. Schade, auch Kroatien haetten wir gerne besser kennengelernt.

Bilder